Re: [ox] Wissens- und/oder Informationsgesellschaft?
- From: El Casi <quasi utopix.net>
- Date: Tue, 30 Aug 2005 22:42:39 +0200
Hans-Gert Grïbe (2005-08-22 09:53 [PHONE NUMBER REMOVED]):
Hallo Stefan,
Stefan Merten wrote:
Wahrscheinlich aber nicht darÃber, was Ãberhaupt ein Unterschied
ist, und was es bedeutet zu unterscheiden.
Nun, eine Unterscheidung kann eine Entscheidung zur Folge haben.
SpÃtestens wenn wir eine Entscheidung vorliegen haben, kÃnnen wir also
davon ausgehen, dass eine Unterscheidung vorgelegen haben muss. HÃtte
es keine Unterscheidung gegeben, wÃre eine Entscheidung nÃmlich gar
nicht erst notwendig gewesen.
Bedeutet "kann", dass "kann auch nicht" auch geht? Wenn ja -
dann "Potenzial zur Entscheidung"? Wem wÃrdest du ein solches
Potenzial ggf. zubilligen? Und: Hat jede Information *automatisch*
was mit EntscheidungsfÃhigkeit zu tun?
Unterscheidung verstehe ich hier als die Grundlage des
`Unterschieds', der als Merkmal von Information betrachtet wird.
Unterscheidung wÃre also die Aufnahme von Information(en).
Gemeinhin wird nicht die EntscheidungsfÃhigkeit als Voraussetzung
fÃr Informiertheit, sondern umgekehrt die Informiertheit als
Voraussetzung fÃr EntscheidungsfÃhigkeit betrachtet. Oder?
Allerdings scheint die FÃhigkeit (--die Macht--), etwas zu
entscheiden, nicht unbedingt von der Informiertheit oder von der
UnterscheidungsfÃhigkeit abzuhÃngen. Ebensowenig, wie die
UnfÃhigkeit bzw. Ohnmacht, etwas zu entscheiden.
Uninformierte Entscheidungen sind aber keine bewuÃten
Entscheidungen: Ein Unterschied wird oft erst im Nachhinein
konstatiert. Und dann versucht man post factum herauszufinden,
wodurch man denn bzw. was denn nun den Lauf der Dinge entschieden
habe... Und wenn man es selbst nicht war, dann wird das angebliche
Subjekt solcher `Entscheidungen' gerne mal im Nachhinein
festgelegt bzw. konstruiert -- egal ob es nun 'das
UnterbewuÃtsein war, oder ob es `die Freimaurer' oder `die
Tempelritter' waren, oder einfach Gott himself... -- Unterschiede,
die nicht aufgrund bewuÃter Entscheidungen eingetreten sind, sind
erstmal suspekt, sie behindern den Drang zur Identifikation. Adam
Smith nannte es die unsichtbare Hand, Robert Kurz, unverblÃmt, das
automatische Subjekt (einen karikierenden Ausdruck von Marx ins
positive umdeutend).
HG, wenn ich das richtig verstanden habe, drÃngt nun darauf, daÃ
die Information vom Subjekt (als Inkarnation einer einzigartigen
Gesamtheit von VerhÃltnissen) aufgrund seiner VerhÃltnisse und nur
im Rahmen und als Bestandteil dieser VerhÃltnisse zur Information
gemacht (also quasi erst als Information erzeugt) wird.
Seh ich das richtig?
In *meiner* Begriffswelt ist das relativ klar: Information ist
ein VerhÃltnis, hier das subtile VertrauensverhÃltnis zwischen
dem Nutzer und den Konstrukteuren und Erbauern des Autos, das -
da die sich ja gar nicht persÃnlich kennen - Ãber eine inhÃrent
gesamtgesellschaftliche Struktur vermittelt ist, die ich mit dem
Wort "WissenssphÃre" bezeichne und die meiner Semantik des
Begriffs "Wissensgesellschaft" zu Grunde liegt.
(Falls ja:) Kannst Du die `gesellschaftliche Struktur', die Du mit
dem Wort `WissenssphÃre' bezeichnest, nochmal aufschlÃsseln?
Danke & GruÃ,
El Casi.
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