%%% This file was generated using SDF $version by
%%% Ian Clatworthy (ianc@mincom.com) and the 2latex_ driver
%%% $Id: tolatex.pl,v 1.1.1.2 1998/03/22 09:39:20 valerio Exp valerio $
%%% written by Valerio Aimale <valerio@svpop.com.dist.unige.it>.
%%% SDF is freely available from http://www.mincom.com/mtr/sdf

\author{{{[jump="http://www.oekonux.de/"]Projekt Oekonux}}}
\title{OEkoNux}


\begin{document}

\maketitle
______________________________________________________________________

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{{\textbf{O}}ekonux
{\textbf{E}}inführungs{\textbf{k}}ladde {\textbf{o}}hne
{\textbf{Nu}}tzungse{\textbf{x}}klusion}}

\item {\textit{URL: \verb!http://www.oekonux.de/einfuehrung/kladde/!}}

\end{list}

\chapter*{"Oekonux" - was ist das eigentlich?}


\section*{Das Projekt}

\begin{itemize} % Level 1
\item Diskussionsprozeß zum Thema Freie
Software und Gesellschaft

\begin{itemize} % Level 2
\item Breites Spektrum an Meinungen

\item {\textit{Einführung ist weder eigene Meinung, noch nur einfache
Darstellung}}

\item {\textit{Irgendwas dazwischen}}

\item Gemeinsames emanzipatorisches Interesse

\end{itemize}
\item Hauptsächlich virtuell

\begin{itemize} % Level 2
\item Mailing-Listen $[$liste AT oekonux.de,
list-en AT oekonux.org$]$

\item Web-Sites $[$\verb!http://www.oekonux.de/!,
\verb!http://www.oekonux.org/!$]$

\item Wiki $[$\verb!http://de.wiki.oekonux.org/!$]$

\item Open Theory $[$\verb!http://www.opentheory.org/oekonux/!$]$

\end{itemize}
\item Gelegentlich auch weniger virtuell (Konferenz,
Vorträge)

\end{itemize}

{\textit{Vierte Oekonux-Konferenz}}: 27.-29.3.2009,
Manchester (UK)


\chapter*{"Freie Software" - was ist das eigentlich?}

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Aspekte, die für die
Oekonux-Diskussion wichtig sind}}

\end{list}

\section*{Charakteristika Freier Software}

\begin{itemize} % Level 1
\item Beliebige Software kann Frei sein

\begin{itemize} % Level 2
\item GNU/Linux, Apache, Gcc, Perl

\item {\textit{Beispiele für systemnahe Software}}

\item KDE, OpenOffice.org, Gimp

\item {\textit{Beispiele für Anwendungen}}

\item Software für Router, Handys, ...

\item {\textit{Beispiele für Embedded Systeme}}

\item {\textit{Zeigt, wie tief Software in unser Leben integriert
ist}}

\end{itemize}
\item Das eigentliche Produkt ist kostenlos

\item {\textit{Aber: Preis spielt eine Rolle, ist aber nicht
entscheidend}}

\item Quellcode ist verfügbar

\item {\textit{Wichtig für die meisten der folgenden vier Rechte, die
jede NutzerIn Freier Software hat}}

\begin{itemize} % Level 2
\item Software darf zu jedem Zweck
eingesetzt werden

\item Die Quellen dürfen studiert und angepaßt werden

\item Die Software darf beliebig weitergegeben werden

\item Veränderte Versionen dürfen beliebig weitergegeben werden

\end{itemize}
\end{itemize}

Frei im Sinne von Freiheit


\section*{Stichwort: Freie-Software-Lizenzen}

\begin{itemize} % Level 1
\item Lizenzen sind Verträge

\begin{itemize} % Level 2
\item Regeln unter welchen Bedingungen
jemand etwas mit der Software tun darf

\item {\textit{Proprietäre Software benutzt ebenfalls Lizenzen}}

\item Insbesondere: Nutzung, Änderung, Verteilung

\item Software-Lizenzen basieren auf dem Urheberrecht

\item {\textit{Urheberrecht basiert auf Staatsmacht}}

\end{itemize}
\item Der geniale Hack: Das Urheberrechtssystem gegen
sich selbst verwenden

\begin{itemize} % Level 2
\item Urheberrecht erzeugt Knappheit durch
die Untersagung von Rechten

\item Copyleft erzeugt Überfluss durch das Gewähren von Rechten

\end{itemize}
\item Zwei Hauptlizenztypen: GPL und BSD

\begin{itemize} % Level 2
\item Obwohl es viele Lizenzen gibt

\item {\textit{Da eine Lizenz ein Vertrag ist, ist es eine neue Lizenz
zu erfinden}}

\item {\textit{Aber es ist selten sinnvoll}}

\end{itemize}
\item Listen von Freie-Software-Lizenzen von FSF und OSI

\item Hauptunterschied: Darf ein Lizenznehmer die Quellen wieder
schließen?

\begin{itemize} % Level 2
\item BSD: Software darf ohne Quellen weiter
gegeben werden

\item GPL: Quellen müssen offen bleiben

\item Mehr als 50\% der Freien-Software-Projekte verwenden die GPL

\end{itemize}
\end{itemize}

Fundamentale Einrichtung um Freie
Software in das Rechtssystem zu integrieren

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Erbt die Rechtssicherheit
vom Rechtssystem}}

\item {\textit{Erbt die Macht vom Rechtssystem}}

\end{list}

\section*{Produktionsweise Freier Software}

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Sehr wichtiges
Charakteristikum}}

\item Geldfrei

\item {\textit{EntwicklerInnen finanzieren sich auf anderem Wege}}

\item {\textit{Ähnlich anderen Hobbies}}

\item Anstrengung erfolgt auf freiwilliger Grundlage

\begin{itemize} % Level 2
\item Notwendigkeit konkreter
Problemlösungen

\item Selbstentfaltung der EntwicklerInnen

\item {\textit{Programmieren macht (manchen) Spaß}}

\item {\textit{Andere Tätigkeiten können ebenfalls der
Selbstentfaltung dienen}}

\end{itemize}
\item Vielfältig selbstorganisiert in kleinen,
unabhängigen Gruppen

\item International im Internet

\end{list}

Oft entsteht eine hohe Qualität

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Qualität ist unmittelbare
Folge der Produktionsweise}}

\end{list}

\section*{Stichwort: Selbstentfaltung}

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Der Begriff spielt eine
zentrale Rolle bei Oekonux}}

\item Mehr als Selbstverwirklichung

\item {\textit{Selbstverwirklichung hat zu sehr das isolierte
Individuum im Blick}}

\item {\textit{Selbstentfaltung versteht Menschen als durch
Beziehungen geprägt}}

\item Verantwortung ist Teil von Selbstentfaltung

\item {\textit{Notwendigkeiten beachten gehört zur Verantwortung}}

\item {\textit{Verantwortung muss individuell erkannt werden}}

\item {\textit{Verantwortung ist gelernt und damit an
gesellschaftliches Normensystem rückgekoppelt}}

\item Selbstentfaltung ist "autonomy-in-interdependence"

\begin{itemize} % Level 2
\item Abhängigkeit ist nicht Reduktion
sondern Erweiterung eigener Möglichkeiten

\item {\textit{Weil andere, von denen ich abhänge, mir durch ihr Tun
Möglichkeiten schaffen, die ich alleine nicht hätte}}

\end{itemize}
\item Selbstentfaltung des Einzelnen ist die
unmittelbare Bedingung der Selbstentfaltung aller

\begin{itemize} % Level 2
\item Und umgekehrt

\end{itemize}
\item Möglichkeit zur Selbstentfaltung ist Wesensmerkmal
des Menschen

\item {\textit{Siehe Kritische Psychologie (Holzkamp)}}

\begin{itemize} % Level 2
\item Inhalte sind individuell sehr
unterschiedlich

\item {\textit{Insbesondere nicht notwendig political correct}}

\end{itemize}
\end{list}

Selbstentfaltung ist generell ein
erstrebenswertes Ziel


\section*{Einfach und Doppelt Freie Software}

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Wichtige begriffliche
Unterscheidung}}

\item Einfach Freie Software

\begin{itemize} % Level 2
\item Freiheit für NutzerInnen

\item Standardrechte Freier Software gelten

\item Kommerzielle Freie Software

\item {\textit{Software im Auftrag}}

\end{itemize}
\item Doppelt Freie Software

\begin{itemize} % Level 2
\item Freiheit für NutzerInnen
{\textbf{und}} ProduzentInnen

\item ProduzentInnen sind nicht entfremdet tätig

\item Keine kommerzielle Freie Software

\end{itemize}
\end{list}

Spezielle Produktionsweise nur bei Doppelt
Freier Software

\begin{list}{ }{} % Level 2
\item {\textit{Überdurchschnittliche
Qualität nur bei Doppelt Freier Software}}

\item {\textit{Es gibt Mischformen}}

\end{list}
\end{list}

\section*{Freie Software und kommerzielle Einflüsse}

\begin{itemize} % Level 1
\item Firmen engagieren sich

\begin{itemize} % Level 2
\item Distributoren und Linux-Firmen
(Novell/SuSE, RedHat, kleine, ...)

\item {\textit{Haben ein Interesse am Ist-Zustand, da sie daraus
entstanden sind}}

\item Hardware und andere (IBM, Sun, ...)

\item {\textit{Insbesondere für Hardware-Firmen ist GNU/Linux einfach
nützlich}}

\item {\textit{Haben daher ein Interesse am Ist-Zustand}}

\end{itemize}
\item Lizenzen schützen vor Privatisierung

\begin{itemize} % Level 2
\item Gnu General Public License (GPL)

\item Andere Lizenzmodelle

\item {\textit{Diese erlauben teilweise Reprivatisierung (BSD)}}

\end{itemize}
\item Qualität entsteht durch Abwesenheit von
Entfremdung

\item {\textit{Nur dann kann sich Kreativität voll entfalten}}

\item Lohnarbeit widerspricht Selbstentfaltung

\item {\textit{Ist entfremdet, da sie auf einen dritten Zweck
(Geldverdienen) gerichtet ist}}

\end{itemize}

Freie Software kann nur geldfrei entstehen

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Letztlich schützt dies
fundamental vor einer durchgreifenden Kommerzialisierung}}

\item {\textit{Andernfalls wird Freie Software zerstört}}

\end{list}

\section*{Perspektiven Freier Software}

\begin{itemize} % Level 1
\item Freie Software wird immer wichtiger

\begin{itemize} % Level 2
\item GNU/Linux auch auf dem Desktop

\item {\textit{Auf Servern ist GNU/Linux schon weit verbreitet}}

\item {\textit{Öffentliche Verwaltungen sind hier Vorreiter}}

\item GNU/Linux auf Embedded Systems

\item Stürmische Entwicklung

\end{itemize}
\item Gefahren

\begin{itemize} % Level 2
\item Software-Patente

\item {\textit{In Europa langjähriger Kampf mit vielen
Freien-Software-Leuten}}

\end{itemize}
\item Immer mehr begeistern sich für die Idee

\item Die Prinzipien Freier Software auch in anderen Bereichen

\end{itemize}

Linux World Domination ;-)


\chapter*{Das Besondere an Freier Software}

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Hier beginnt das für das
Projekt Oekonux Spezifische}}

\end{list}

\section*{Freie Software ist kein einfaches Hobby}

\begin{itemize} % Level 1
\item Hat hohen gesellschaftlichen Nutzen

\item Direkte Konkurrenz zu Waren

\item {\textit{Nachdem bereits ein Warenmarkt etabliert war}}

\item {\textit{Mit erheblichem Erfolg}}

\item Hochmodernes Produkt

\item {\textit{Mit hochmodernen Produktionsmitteln}}

\item Entsteht international

\item Wird überwiegend von Profis geschrieben

\end{itemize}

Hobby, aber in neuer Qualität

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Andere Hobbies vereinen
diese Eigenschaften nicht auf sich}}

\end{list}

\section*{Freie Software ist keine Ware}

\begin{itemize} % Level 1
\item Tauschfrei

\item {\textit{Es muß nichts eingetauscht werden}}

\item Im Überfluß vorhanden

\item {\textit{Es gibt keine Knappheit jenseits technischer
Begrenzungen}}

\item Offenliegende Quellen machen Geheimnisse unmöglich

\item Kooperation statt Konkurrenz

\item Absoluter Qualitätsanspruch

\item {\textit{Folge der nutzungsorientierten Produktionsweise}}

\item {\textit{Bei Waren genügt es, wenn KäuferInnen an Qualität
relativ zur Konkurrenz glauben}}

\item Aufforderung zum Mitwirken (Inklusionsmodell)

\item {\textit{Bei Waren darf nur ein kleiner Kreis mitwirken
(Exklusionsmodell)}}

\end{itemize}

Freie Software ist so wertlos wie die Luft zum Atmen

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Nur Waren können einen
(Tausch)wert haben}}

\item {\textit{Der Gebrauchswert ist aber davon unabhängig}}

\end{list}

\section*{Freie Software ist kein Geschenk}

\begin{itemize} % Level 1
\item Ein Geschenk basiert auf einer
persönlichen Beziehung

\item {\textit{Kann vor und/oder nach dem Geschenk existieren}}

\begin{itemize} % Level 2
\item Für die meisten ist Freie Software ein
maximal anonymes Produkt

\end{itemize}
\item Ein Geschenk erzeugt oftmals eine Verpflichtung

\begin{itemize} % Level 2
\item Nehmen Freier Software erzeugt keine
Verpflichtungen

\end{itemize}
\item ProduzentInnen Freier Software denken nicht in
Geschenken

\item {\textit{Wenn überhaupt, dann als ein Geschenk an die
Menschheit}}

\end{itemize}

Freie Software ein Geschenk zu nennen, ist falsch


\section*{Stichwort: Knappheit}

\begin{itemize} % Level 1
\item Vorkommen

\begin{itemize} % Level 2
\item Ist durch die Natur vorgegeben und
unveränderbar

\item Bezogen auf einen bestimmten Zeitpunkt auch Produkte

\end{itemize}
\item Begrenztheit

\begin{itemize} % Level 2
\item Menschen zur Verfügung stehender
Anteil am Vorkommen

\item Ist durch technische und andere Mittel veränderbar

\item Kann vorkommen wenn Bedarf größer als Angebot

\end{itemize}
\item Knappheit

\begin{itemize} % Level 2
\item Ist gesellschaftlich bestimmt und kann
hergestellt werden

\item {\textit{Erdöl ist nicht immer knapp gewesen}}

\item {\textit{Bei Informationswaren muß Knappheit heute hergestellt
werden}}

\item Kann vorkommen wenn Angebot größer als Bedarf

\item {\textit{Ja, das ist verrückt}}

\end{itemize}
\end{itemize}

Knappheit ist kein Naturgesetz


\section*{Stichwort: Rivalität}

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Begriff um Güter zu
klassifizieren}}

\item Rivalisierend: Wenn es von einem konsumiert wird stehe es keinem
zweiten zur Verfügung

\begin{itemize} % Level 2
\item Beispiel: Nahrungsmittel

\item Rivalisierende Güter können begrenzt sein

\item Überfluss von rivalisierenden Güter macht Rivalität weniger
wichtig

\end{itemize}
\item Nicht-rivalisierend: Jede Konsumption ist
unabhängig von anderen

\begin{itemize} % Level 2
\item Beispiel: Information, Sonnenlicht

\item Inhärent nicht begrenzt

\item Knappheit muss von Außen erzwungen werden

\end{itemize}
\item Anti-rivalisierend: Das Gut ist nützlicher wenn es
von vielen konsumiert wird

\begin{itemize} % Level 2
\item Geschieht durch Netzwerkeffekte

\item Beispiel: Telefon

\end{itemize}
\item Märkte materieller Güter basieren auf
rivalisierenden Gütern

\end{list}

Freie Software ist ein anti-rivalisierendes Gut


\section*{Stichwort: Ausschließbarkeit}

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Begriff um Güter zu
klassifizieren}}

\item Ausschließbar: Andere können von der Nutzung eines Guts
ausgeschlossen werden

\begin{itemize} % Level 2
\item Zugehöriges legales Konzept: Eigentum

\item Kann über alles drüber gestülpt werden

\item Kann schwer durchzusetzen sein

\item {\textit{Z.B.: Informationsgüter im Internet-Zeitalter}}

\item Notwendig um Knappheit zu erzeugen

\end{itemize}
\item Nicht-ausschließbar: Andere können nicht von der
Nutzung ausgeschlossen werden

\begin{itemize} % Level 2
\item Alles was kein Privateigentum sein
kann?

\item Nicht-ausschließbare Produkte sind oft öffentliche Güter

\item {\textit{Z.B.: Straßen}}

\end{itemize}
\item Alle Märkte beruhen auf ausschließbaren Produkten

\item Freie Software wird durch die Lizenzen nicht-ausschließbar
gemacht

\begin{itemize} % Level 2
\item Chance für Beiträge wächst wenn mehr
Leute sie nutzen

\item Unabhängig davon wieviele "trittbrettfahren"

\end{itemize}
\end{list}

GPL-Gesellschaft: Ausweitung der Prinzipien
Freier Software auf rivalisierende Güter bei Fallenlassen der
Ausschließung


\section*{Kooperation in Freien Projekten}

\begin{itemize} % Level 1
\item Informell

\item {\textit{Rollen passen zu den Bedürfnissen des Projekts anstatt
zu einem festgelegten Modell}}

\item {\textit{Keine formale Qualifikation notwendig}}

\item {\textit{Selbsternennung als generelle Tendenz}}

\item {\textit{Offizielle Ernennung als Bestätigung existierender
Praxen}}

\item {\textit{Keine Personenwahlen}}

\item Selbstgewählt

\item {\textit{Nach persönlichen Vorlieben}}

\item {\textit{Keine ernannten Personen}}

\item Keine feststehenden Grenzen

\item {\textit{Z.B.: Keine klare Trennung zwischen ProduzentInnen und
KonsumentInnen}}

\item Freiwillig

\item Veränderlich über die Zeit

\item {\textit{Leute beginnen und beenden Beiträge wie sie möchten}}

\item Ungleich

\item {\textit{JedeR kann beitragen was sie will}}

\item {\textit{Einige haben mehr Einfluss als andere}}

\item {\textit{Unterschiedliche Fähigkeiten sind willkommen}}

\end{itemize}

Kooperation ist freiwillig, variabel und ungleich


\section*{Stichwort: Maintainer-Modell}

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Software-Entwicklung ist
vor allem ein sozialer Prozess}}

\item {\textit{Maintainer-Modell ist häufige Organisationsform}}

\item {\textit{Hier: Doppelt Freie-Software-Projekte}}

\item Freiwilligkeit als grundlegende Voraussetzung

\begin{itemize} % Level 2
\item Keine entfremdeten Anreize

\item Ermöglicht und verlangt persönliche Entscheidung

\end{itemize}
\item Selbstorganisation als grundlegende Voraussetzung

\begin{itemize} % Level 2
\item Ohne äußere Vorgaben oder entfremdete
Ziele

\item {\textit{Sichtbar z.B. bei Release-Terminen}}

\end{itemize}
\item MaintainerIn hält Projekt auf Kurs

\begin{itemize} % Level 2
\item Trifft verbindliche Entscheidungen

\item Wacht über Einhaltung projektinterner Standards

\item Sorgt ggf. für Weiterentwicklung

\item Organisiert "rough consensus" ("Niemand muss widersprechen")

\item {\textit{Nicht: Einstimmigkeit}}

\item Kann andere TeilnehmerInnen nicht kommandieren

\end{itemize}
\item Gegenseitige Abhängigkeit

\item {\textit{TeilnehmerInnen benötigen die Funktionen der
MaintainerIn}}

\item {\textit{MaintainerIn benötigt die TeilnehmerInnen}}

\begin{itemize} % Level 2
\item Bei Scheitern: Fork

\end{itemize}
\end{list}

Balanciert Konflikte in Freien Projekten
optimal aus


\section*{Freie Software = Selbstentfaltung + digitale Kopie}

\begin{itemize} % Level 1
\item Selbstentfaltung ist zentraler Motor
für Produktion

\item Digitale Kopie als Produktionsmittel ist

\begin{itemize} % Level 2
\item Verlustfrei

\item Durch Computer für alle verfügbar

\item Über große Entfernungen hinweg möglich (Internet)

\item Universell für alle (digitalen) Informationsprodukte

\item {\textit{Inhalt der Informationsprodukte ist irrelevant für die
Kopieroperation}}

\item {\textit{Analog zu Elektromotoren der industriellen Ära}}

\end{itemize}
\end{itemize}

Digitale Kopierbarkeit ist eine neue
Qualität


\section*{Stichwort: Internet}

\begin{itemize} % Level 1
\item Digitale Kopie auf planetarer Basis

\item {\textit{Erbt die Eigenschaften digitaler Kopie}}

\item Hebt räumliche Beschränkungen von Kooperation auf

\begin{itemize} % Level 2
\item Keine Größenbegrenzung

\item Globalisiert und kulturübergreifend

\end{itemize}
\item Hebt zeitliche Beschränkungen von Kooperation auf

\begin{itemize} % Level 2
\item Kein vorgegebenes Zeitraster

\item Ermöglicht sowohl Echtzeit als auch Ungleichzeitigkeit

\end{itemize}
\item Hat als Medium wenig inhärente Grenzen

\begin{itemize} % Level 2
\item Ermöglicht an Themen orientierte
Kooperation

\item Neue Projekte und Forks sind jederzeit möglich

\end{itemize}
\item Kombiniert individuelle Verfügung mit allgemeinem
Zugang

\begin{itemize} % Level 2
\item Alle können nach individueller Maßgabe
aktiv sein

\item {\textit{Auch: Produktiv oder konsumptiv}}

\item Alle haben Zugang

\end{itemize}
\end{itemize}

Internet bietet als Werkzeug viele neue
Features


\section*{Frei im Sinne Freier Software}

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Diese Art Freiheit wird
durch das große "F" angedeutet}}

\item Abwesenheit von Entfremdung

\begin{itemize} % Level 2
\item Muss aus den direkten Bedürfnissen der
Beteiligten resultieren

\item Selbstorganisation

\item {\textit{Nicht durch Prinzipien organisiert, die vom Projekt
entfremdet sind}}

\item Freiwillige Teilnahme

\item {\textit{Incl. freiweillige Übernahme von Verantwortung}}

\item Ermöglicht Selbstentfaltung

\end{itemize}
\item Freiheit ist ein Ergebnis des Prozesses

\begin{itemize} % Level 2
\item Ergebnisse sind Frei wegen des
Prozesses

\item {\textit{Können von jedem benutzt werden, die sie braucht}}

\item {\textit{Impliziert, dass sie ohne Bezahlung erhältlich sind}}

\item D.h. unbegrenzt nach Außen

\end{itemize}
\item Freiheit ist Voraussetzung des Prozesses

\begin{itemize} % Level 2
\item Der Prozess funktioniert nicht ohne
Freiheit

\item {\textit{Freiheit ermöglicht Beiträge von allen Seiten}}

\item D.h. unbegrenzt nach Innen

\end{itemize}
\item Die Freiheit des einen ermöglicht die Freiheit des
anderen

\item {\textit{Anstatt sie zu begrenzen wie bei abstrakter Freiheit}}

\end{list}

Definiert mehrere positive Rückkopplungen

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Daher kommt die Kraft :-)}}

\end{list}

\section*{Stichwort: Keimform}

\begin{itemize} % Level 1
\item Etwas strukturell Neues bereits im
Alten

\item {\textit{Nicht das Neue als Kleinausgabe}}

\item Merkmale einer heutigen emanzipatorischen Keimform

\begin{itemize} % Level 2
\item Globale Vernetzung

\item Wert- und Tauschfreiheit

\item Selbstorganisation

\item An der Spitze der Produktivkraftentwicklung

\item {\textit{Technische, aber auch soziale}}

\item Ermöglicht Selbstentfaltung

\item {\textit{Auch als Teil der Produktivkraftentwicklung}}

\end{itemize}
\item Keimformen endgültig nur historisch beurteilbar

\item {\textit{Aber es kann versucht werden, Keimformen zu erkennen}}

\end{itemize}

Freie Software hat Charakteristik einer Keimform


\section*{Stichwort: Fünfschritt}

\begin{itemize} % Level 1
\item Keimformen entwickeln sich im
Fünfschritt

\item {\textit{Fünfschritt ist generelles Modell für Entwicklungen}}

\begin{itemize} % Level 2
\item Entstehung der Keimform

\item Krise der alten Form

\item Keimform wird zur wichtigen Entwicklungsdimension innerhalb der
alten Form

\item Keimform wird zur dominanten Größe

\item Umstrukturierung des Gesamtprozesses

\item {\textit{Alle Phasen können über längere Zeiträume laufen}}

\end{itemize}
\end{itemize}

Freie Software ist im dritten Schritt


\section*{Kritik: Keimformthese}

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Existiert innerhalb und
außerhalb des Projekts}}

\item Freie Software nützlich für das Kapital

\item {\textit{Nur für Teile; wichtiger: nützlich für Nicht-Kapital}}

\item {\textit{Weist dennoch strukturell über Kapital hinaus}}

\item Freie Software wird vom Wertsystem finanziert

\item {\textit{Jede Keimform ist zunächst im Alten eingebettet}}

\item Immaterielle Produktion grundsätzlich anders

\item {\textit{Ja; wichtig ist, was dominant ist}}

\item Alles Nerds in patriarchalen Strukturen

\item {\textit{Zumindest kann niemensch Frauen formal ausgrenzen}}

\item {\textit{Spannende Frage: Warum wollen Frauen sich praktisch gar
nicht in Freier Software selbstentfalten?}}

\item Freie Software funktioniert meritokratisch

\item {\textit{Gibt keine Zwangsmittel in der Freien Software, so daß
Macht keine Substanz hat}}

\item Beurteilung der Keimform im Nachhinein fraglich

\end{list}

JedeR soll sich ein eigenes Urteil bilden


\chapter*{Keimformen und andere Modelle und Ideen}

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Keimformen lassen sich von
anderen Modellen und Ideen unterscheiden}}

\end{list}

\section*{Dammbau vs. Schiffbau}

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Bild, dass zwei
unterschiedliche politische Herangehensweisen verdeutlicht}}

\item Dammbau

\begin{itemize} % Level 2
\item Nützlich, um steigende Flut
einzudämmen

\item Ziel: Altes verteidigen

\item Konservativer Ansatz

\end{itemize}
\item Schiffbau

\begin{itemize} % Level 2
\item Nützlich um die steigende Flut zu
nutzen

\item Ziel: Aubruch zu neuen Ufern

\item Progressiver Ansatz

\end{itemize}
\item Dammbau und Schiffbau sind grundverschieden

\begin{itemize} % Level 2
\item Aber sie können sich ergänzen

\end{itemize}
\end{list}

Freie Software ist Schiffe bauen


\chapter*{Der Weg in die GPL-Gesellschaft}

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Möglichkeiten sind
angedeutet}}

\item {\textit{{\textbf{GPL-Gesellschaft}} bezeichnet eine
Gesellschaftsformation, die auf den Prinzipien der Entwicklung Freier
Software beruht}}

\end{list}

\section*{Die Utopie}

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Bisher nur in groben
Umrissen vorstellbar}}

\item Produktionsmittel ermöglichen Selbstentfaltung

\begin{itemize} % Level 2
\item Günstig: Möglichst viele
Freiheitsgrade

\item {\textit{Dazu werden teilweise auch andere Arbeitsmittel /
Maschinen benötigt}}

\item Automatisierung macht notwendige Tätigkeiten überflüssig

\end{itemize}
\item Nützliche Tätigkeiten sind Selbstentfaltung

\begin{itemize} % Level 2
\item Gesellschaftlicher und individueller
Nutzen unmittelbar verknüpft

\end{itemize}
\item Informationen und Güter stehen Frei zur Verfügung

\begin{itemize} % Level 2
\item Freie Verfügbarkeit ist Voraussetzung
des Prozesses

\item {\textit{Damit alle sämtliche Selbstentfaltungsmöglichkeiten
nutzen können}}

\item Freie Verfügbarkeit ist Folge des Prozesses

\item {\textit{Wegen der Offenheit und des Inklusionsmodells}}

\item Das meint das große "F"

\end{itemize}
\item Überwindung der Arbeitsgesellschaft

\begin{itemize} % Level 2
\item Keine Arbeit, keine Waren

\item Kein Tausch, kein Geld

\item Keine Entfremdung

\end{itemize}
\item Wichtigste Produktivkraft ist die menschliche
Selbstentfaltung

\end{list}

Freiheit des Einzelnen wird zur Bedingung der Freiheit
aller

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Dies gilt auch umgekehrt}}

\end{list}

\section*{Freie Informationsgüter}

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Welche Hinweise gibt es
heute schon?}}

\item Bekannte

\item {\textit{Die Idee, den Zugang zu Informationen zu beschränken,
ist historisch relativ neu}}

\begin{itemize} % Level 2
\item Wissenschaft?

\item {\textit{Hier gibt es aktuell sehr unterschiedliche und
widersprüchliche Entwicklungen}}

\item Freie Kochrezepte

\end{itemize}
\item Neue

\item {\textit{Im Internet hat sich schon einiges gebildet}}

\begin{itemize} % Level 2
\item Wikipedia

\item Indymedia

\item Wikis, Blogs

\item Freie Musik

\item {\textit{Hier sind nicht Copyright-Verstöße mittels P2P
gemeint}}

\item SETI@home (d.h. Sharing von Computer Resourcen)

\end{itemize}
\end{list}

Die Idee Freier Informationsgüter bekommt
Zulauf


\section*{Stichwort: Creative Commons}

\begin{itemize} % Level 1
\item Lizenzen für "Some rights reserved"

\item {\textit{Copyright: "All rights reserved"}}

\item Vier Lizenzbausteine

\begin{itemize} % Level 2
\item Attribution (BY)

\item {\textit{Verlangt bei Kopien Nennung der Quelle}}

\item Noncommercial (NC)

\item {\textit{Verbietet kommerzielle Nutzung des Werks}}

\item No Derivative works (ND)

\item {\textit{Verbietet abgeleitete Werke}}

\item Share Alike (SA)

\item {\textit{Verlangt Beibehaltung der Lizenz in abgeleiteten
Werken}}

\end{itemize}
\item {\textit{Copyleft entspricht SA+BY}}

\item Große, internationale Bewegung mit gutem "Marketing"
(\verb!http://creativecommons.org/!)

\begin{itemize} % Level 2
\item Adaption der Lizenztexte an nationale
Rechtssysteme

\item {\textit{3. Oekonux-Konferenz: Vorstellung der österreichischen
Variante}}

\item Bereits viele Millionen Werke unter Creative Commons Lizenzen

\end{itemize}
\end{itemize}

Creative Commons begünstigen Übertragung
der Idee Freier Software

\begin{list}{ }{} % Level 2
\item {\textit{Überträgt Idee auf
beliebige Informationsgüter}}

\item {\textit{Dürfte keine Initiative geben, die dies erfolgreicher
betreibt}}

\end{list}
\end{itemize}

\section*{Freie materielle Güter}

\begin{itemize} % Level 1
\item Konkrete Projekte

\item {\textit{Bisher geht es in erster Linie um Bau- und
Konstruktionspläne}}

\begin{itemize} % Level 2
\item Freie Elektronik- und
Hardware-Projekte

\item Freie Auto-Projekte

\end{itemize}
\item Information ist bereits im Kapitalismus wichtige
Voraussetzung materieller Produktion

\item Materielle Produktion wird zum Anhängsel der
Informationsproduktion

\item {\textit{Analog dazu, daß die Agrarproduktion heute Anhängsel
der Industrieproduktion ist}}

\end{itemize}

Informationsgesellschaft schafft fundamental neue
Situation

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{GPL-Gesellschaft bringt
Informationsgesellschaft auf den Begriff}}

\end{list}

\section*{Stichwort: Fabber / Rapid Prototyping}

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Rapid Prototyping ist die
offiziellere Bezeichnung}}

\item Fabber sind universelle Produktionsmaschinen

\begin{itemize} % Level 2
\item Materialisieren dreidimensionale Dinge
aus digitalen Daten

\item Typischerweise durch "backen" von amorphem, feinkörnigem
Material

\item {\textit{Erlauben Konstruktion von Dingen, die anders schwierig
herzustellen sind}}

\item Existieren tatsächlich

\item {\textit{Heute: Einsatz überwiegend beim Bau von Modellen}}

\end{itemize}
\item Fabbers haben einige interessante Eigenschaften

\begin{itemize} % Level 2
\item Verbinden digitale Daten und die
materielle Welt eng miteinander

\item {\textit{Bringen die Logik digitaler Daten in die materielle
Welt}}

\item Universell für (Teile der) materiellen Produktion

\item {\textit{Wie Computer für Information: "Eine Maschine sie alle
zu beherrschen"}}

\item Erlauben materielle Produktion für individuelle Bedürfnisse

\end{itemize}
\item Industrieroboter sind ähnlich interessant

\end{list}

Fabbers übertragen wichtige Aspekte der digitalen Welt auf
Materie


\section*{Andere erfolgreiche Freie Projekte: Wikipedia}

\begin{itemize} % Level 1
\item Web-basierte Enzyklopädie

\begin{itemize} % Level 2
\item Transnationale, vielsprachige
Unternehmung

\item Basiert auf Wiki-Technologie

\end{itemize}
\item Produziert nützliche Produkte

\item {\textit{Ist aus diesem Grund wohlbekannt}}

\item Wächst schnell

\begin{itemize} % Level 2
\item Zieht "normale" Leute an

\item Zieht Leute mit Wissen an

\end{itemize}
\item Frei im Sinne (doppelt) Freier Software

\begin{itemize} % Level 2
\item Freiheit ist Voraussetzung und
Ergebnis des Prozesses

\item Freiwillige Teilnahme

\item Unbegrenzt extren und intern

\end{itemize}
\item Herausforderung: Qualitätssicherung

\begin{itemize} % Level 2
\item Unterschied zu Freier Software: Keine
"technische Wahrheit"

\item {\textit{Software läuft oder nicht}}

\item {\textit{Artikel einer Enzyklopädie spiegelt immer eine
Meinung}}

\item Maßnahmen wurden ergriffen

\item {\textit{Ergebnisse dieser Maßnahmen sind von allgemeinem
Interesse}}

\end{itemize}
\end{itemize}

Wikipedia ist eine sehr interessantes
Freies Projekt


\section*{Andere erfolgreiche Freie Projekte: Open Access}

\begin{itemize} % Level 1
\item Freier Zugriff zu wissenschaftlicher
Information

\begin{itemize} % Level 2
\item Wachsende Bewegung in den
wissenschaftlichen Communities

\item {\textit{Mehr und mehr Akzeptanz in den wissenschaftlichen
Communities}}

\item Basiert auf Internet-Technologie

\item Passt gut zu der wissenschaftlichen Tradition des Freien Flusses
von Gedanken

\item Basiert auf bewährten Methoden des Peer-Review

\end{itemize}
\item Produziert nützliche Produkte

\item An der Spitze der Produktivkraftentwicklung

\item {\textit{Wissenschaft ist eine Voraussetzung von Produktion mit
ständig steigender Bedeutung}}

\item Frei im Sinne (doppelt) Freier Software

\begin{itemize} % Level 2
\item Freiheit ist Voraussetzung und
Ergebnis des Prozesses

\item Unbeschränkt nach Innen und Außen

\end{itemize}
\item Herausforderung: Gegenbewegung des Wegschließens
wissenschaftlicher Informationen

\item {\textit{Z.B. Patente}}

\end{itemize}

Open Access ist ein sehr interessantes Freies Projekt


\section*{Stichwort: Automatisierung}

\begin{itemize} % Level 1
\item Heute

\begin{itemize} % Level 2
\item Vernichtet Arbeitsplätze

\item Nur die Kapitalseite ist an Automatisierung interessiert

\end{itemize}
\item GPL-Gesellschaft

\begin{itemize} % Level 2
\item Erweitert
Selbstentfaltungsmöglichkeiten

\item {\textit{Durch Reduktion unangenehmer Tätigkeiten}}

\item {\textit{Durch kreativen Prozeß, der Automatisierung
vorausgeht}}

\item {\textit{Durch Empowerment der NutzerInnen}}

\item Alle sind an Automatisierung interessiert

\end{itemize}
\end{itemize}

Sehr viel mehr wird automatisiert sein

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Automatisierung ist heute
noch behindert}}

\end{list}

\section*{Stichwort: Bedürfnis}

\begin{itemize} % Level 1
\item Ist weder gut noch schlecht sondern
erfordert Befriedigung

\item Bedürfnisse sind gesellschaftlich bestimmt

\item {\textit{Durch Moden und (strukturelle) Zwänge}}

\item {\textit{Also veränderlich}}

\item Art der Befriedigung ist gesellschaftlich bestimmt

\item {\textit{Mobilitätsbedürfnis muß nicht durch Auto befriedigt
werden}}

\end{itemize}

Andere Gesellschaft - andere Bedürfnisse


\section*{Kritik: GPL-Gesellschaft}

\begin{itemize} % Level 1
\item Manche notwendigen Tätigkeiten werden
immer nur unter (strukturellem) Zwang ausgeführt werden

\item {\textit{Dennoch: Es gilt, diese abzuschaffen}}

\item Wie soll z.B. unökologische Selbstentfaltung verhindert werden?

\item {\textit{Keine Ahnung}}

\end{itemize}

Ist teilweise erst historisch entscheidbar


\chapter*{Perspektiven}


\section*{Das Utopische Klo}

\begin{itemize} % Level 1
\item Von Annette Schlemm und anderen

\item Skizziert die Befriedigung eines menschlichen Bedürfnisses ;-)

\item {\textit{Es folgt ein {\textit{Auszug}}}}

\end{itemize}

{\textit{Ach ja, die Technik. Ich, das Utopische Klo,
muss ja auch meine Funktion erfüllen. Die Zeiten der Löcher mit Brett
sind wohl überall vorbei. Ich weiß noch, wie ich als Vielfalt von
Ideen in den Köpfen meiner heutigen BenutzerInnen schwebte - viele
Ideen kamen aus einer Datei aus dem Internet, in der eine Studentin
Anfang des 21. Jahrhunderts in einer Studienarbeit so ziemlich alle in
der Geschichte verwendeten Toilettenarten zusammen gestellt hatte.
Meine Leute machten sich die meiste Arbeit damit, darüber
nachzudenken, wie sie Arbeit einsparen könnten. Vor allem deswegen bin
ich nicht vergleichbar mit den Klos vor der Großen Gesellschaftlichen
Wende. Damals war die größte Sorge der Menschen ja verrückterweise nur
ja nicht zu wenig Arbeit zu haben. Aber immerhin waren die technischen
Ideen aus dieser Zeit bekannt und halfen auch heute noch meinen
Leuten.}}


{\textit{Eine kleine Recherche im Internet ergab, dass es da eine
Web-Seite namens "Klotopia" gibt, von der aus alles über Klo-Bauen und
-verwenden recherchiert werden kann. Auch die Ergebnisse der Studentin
war dort eingeflossen. Da saßen dann meine heutigen BenutzerInnen alle
zusammen zuerst einmal vor der Web-Seite von Klotopia, bei der sie
verschiedene Parameter eines möglichen Klos einstellen konnten. Lange
haben sie da gesessen bis aus dem Bedürfnis nach einem neuen Klo so
etwas wie ein Vorentwurf wurde. Und was es da nicht alles zu
entscheiden gab! Die Fragen nach der äußeren Gestaltung waren da noch
eher einfach zu lösen.}}


{\textit{Manche Bedürfnisse konnten überhaupt erst dann formuliert
werden, als meine BenutzerInnen sahen, dass es eine technische Lösung
für sie gab. So waren sie noch gar nicht auf die Idee gekommen, dass
meine Benutzung durch kleine Kinder mit Hilfe besonderer Vorrichtungen
vereinfacht werden könnte. Na ja, und weil sie eben kleine Kinder als
mögliche DauernutzerInnen für mich vorsehen wollten, haben sie dann
eine Reihe von Vorrichtungen in mich integriert, die ihrer
Nachkommenschaft das Leben erleichtern sollten.}}


{\textit{Die Klotopia-Site unterstützte sie bei diesen
Entwurfsüberlegungen dadurch, dass ständig Bilder von Modellen des
gerade eingestellten Entwurfs verfügbar waren. Das half ihnen sehr,
sich die Auswirkung der einen oder anderen Entscheidung vorzustellen.
Der Höhepunkt war, dass sie diese Modelle sogar noch in ein Bild ihres
eigenen Bades hineinmodellieren lassen konnten.}}


{\textit{Vor der Großen Gesellschaftlichen Wende soll so etwas ganz
anders abgelaufen sein. Da gab es überhaupt keinen solchen
Planungsprozess, sondern die Menschen, die ein Bedürfnis hatten,
konnten lediglich in einen so genannten Sanitärmarkt gehen - im
wesentlichen eine große, unfreundliche Halle. Dort wurden
verschiedene, vorkonfigurierte Klos angeboten. Und für diesen
bestenfalls halbwegs brauchbaren Mist haben die Leute damals sogar ihr
über alles geliebtes Geld hergegeben...}}


{\textit{Nun ist meinen BenutzerInnen aber nicht jede Entscheidung
für die Erfüllung eines bestimmten Bedürfnisses leicht gefallen.
Penibel hat ihnen die Klotopia-Site nämlich für jeden ihrer Entwürfe
ausgerechnet, wie groß der Energie- und Rohstoffbedarf für die
Realisierung dieses oder jenes Wunsches wäre - sowohl was meine
Produktion als auch was meinen Unterhalt betrifft. Eine ganz heftige
Diskussion gab es darum, wie wichtig eine von sich aus
schmutzabweisende Oberfläche ist, so dass es in Verbindung mit einer
Wasserspülung einer Reinigung nur noch einmal jährlich bedarf. Leider
ist so eine Oberfläche auch heute noch nur mit hohem Energieaufwand
herzustellen, den einige meiner BenutzerInnen nicht aufwenden lassen
wollten. Und auch der Hinweis darauf, dass doch mal ein paar Menschen
ein wenig Hirnschmalz in eine Lösung dieses Produktionsproblems
stecken sollten, half in der konkreten Situation leider nicht weiter.
Zum Schluss konnten sich die Befürworterinnen der schmutzabweisenden
Oberfläche - nur Frauen seltsamerweise - dann doch durchsetzen. Dafür
haben sie dann eine etwas weniger aufwendige äußere Gestaltung
hingenommen. Na ja, und so habe ich heute zwar eine schmutzabweisende
Oberfläche und Wasserspülung aber dafür bin ich außen einfach nur weiß
und nicht blau-metallic. Aber immerhin alle meine BenutzerInnen wissen
ganz genau, warum das so ist.}}


{\textit{Auch früher muss es solche Diskussionen gegeben haben. Diese
drehten sich dann allerdings nur um irgendwelche abstrakten Zahlen -
wohl wieder dieses ominöse Geld - und nicht um konkreten Umwelt- oder
Energieverbrauch. Klar, dass es bei den Leuten, die viel von diesem
seltsamen Geld hatten, da nur wenig Diskussionen gab, während gerade
in den Wohngruppen mit eher geringen Geldsummen solche Diskussionen
zum permanenten Streit führten. Das muss ganz furchtbar gewesen sein.
Manchmal frage ich mich, wie es die Menschen unter solchen Bedingungen
überhaupt miteinander ausgehalten haben.}}


{\textit{Endlich waren dann alle Wünsche formuliert, alle Trade-Offs
zwischen Umweltverbrauch und Bedürfnisbefriedigung ausdiskutiert und
alle Entscheidungen getroffen. Zum Schluss waren auch alle meine
BenutzerInnen mit der gefundenen, hochindividuellen und daher exakt
passenenden Entscheidung einverstanden, da sie sich alle darin
wiederfinden konnten. Vielleicht ist das ja auch der Grund dafür, dass
sie alle besonders sorgsam mit mir umgehen?}}


{\textit{Jedenfalls ging es nach der Entwurfsphase jetzt zum nächsten
Schritt meiner Entstehung. Der Entwurf, den meine BenutzerInnen mit
Hilfe der Klotopia-Site erstellt hatten, wurde an die Leute geschickt,
die die Site betrieben. Es gab ein paar Feinheiten beim Klo-Entwurf,
die die Software noch nicht selbst abdecken konnte, so dass die
Entwürfe nochmal von Fachleuten auf ihre Realisierbarkeit geprüft
werden mussten. Zwar entwickelten die BetreuerInnen der Web-Site
permanent die Software weiter, aber durch die ständige Kommunikation
mit den potentiellen Klo-BenutzerInnen kamen ständig sowohl neue
Bedürfnisse als auch Lösungen hinzu, so dass die Herausforderung eine
möglichst benutzerfreundliche Klo-Entwurfs-Site zu entwickeln ständig
bestehen blieb.}}


{\textit{Kein Vergleich übrigens mit dem, wie früher solche Entwürfe
abliefen. Wie ich hörte, gab es da angeblich irgendwo ein paar einsame
Ingenieure oder gar Firmenchefs, die genauso einsame
Entwurfsentscheidungen fällten. Sicher hatten die zuweilen was drauf -
aber sie hatten einfach schlechte Voraussetzungen: Sie hatten weder
das kumulierte Wissen der NutzerInnen ihrer Entwürfe zur Verfügung,
noch konnten sie mit den KollegInnen in anderen Firmen frei über die
besten Lösungen diskutieren! Dann mussten vor der Großen
Gesellschaftlichen Wende diese schlecht entworfenen, kaum brauchbaren
Produkte erst umständlich den potentiellen NutzerInnen angeboten
werden. Erst nachdem das eine oder andere dieser fixierten, aber
dennoch in Massen hergestellten Entwürfe von ihnen angenommen wurde -
oder eben nicht -, stellte sich heraus, ob der Entwurf denn wenigstens
einigermaßen nützlich war. Welche Verschwendung von Energie und
Ressourcen für Dinge, die vielleicht sowieso keiner haben will!}}


{\textit{Bei meinen BenutzerInnen trudelten dann auch noch per eMail
ein paar Nachfragen der Klotopia-Leute ein und es mussten ein paar
Kleinigkeiten nochmal diskutiert werden. Aber außer einigen lustigen
Stilblüten, die wohl auf das Konto der schlechten Deutschkenntnisse
einiger der Klotopia-Leute gingen, war das eigentlich recht
unproblematisch. Und dann war der Entwurf fertig für die
Materialisation.}}


{\textit{Na, und meine Materialisation war dann eigentlich schnell
erledigt. Mein Entwurf lag ja ohnehin schon in computerisierter Form
vor, so dass es mit den entsprechenden Programmen nicht weiter
schwierig war, diesen Entwurf in Anweisungen an einen Maschinenpark
umzusetzen, der letztlich meine Materialisation zu Wege brachte. Und
das waren wirklich tolle Maschinen! Die konnten nicht nur Klos
herstellen, nein. An einer Stelle wurde z.B. in einer Nachbarmaschine
gerade die Grundlage für ein Auto materialisiert. So etwas Verrücktes
wie dieses Gefährt habe ich danach übrigens nie wieder gesehen.}}


{\textit{Große Teile meiner materiellen Entstehung bestanden darin,
dass die heute weit verbreiteten Materialisatoren aus den Daten meines
Entwurfs Werkstücke materialisierten, die dann später mit Hilfe
technischer Verfahren in andere, für den konkreten Verwendungszweck
besser geeignete Materialien überführt wurden. So wurden einige Teile,
die zunächst als Modell in einem speziellen Kunststoff gefertigt
worden waren, später in Metall gegossen. Natürlich konnte das Material
der Modelle wiederverwendet werden, so dass nur die später tatsächlich
benötigten Teile auch tatsächlich aus neuen Ressourcen hergestellt
werden mussten.}}


{\textit{Früher muss es dagegen viel stärker spezialisierte Maschinen
gegeben haben, die nur ganz bestimmte Dinge herstellen konnten. Na ja,
die technische Entwicklung ist halt ziemlich schnell weitergegangen
und es ist einfach praktischer, wenige universelle Materialisatoren zu
haben als viele hochspezialisierte Produktionsmaschinen. Begünstigt
wurde diese Entwicklung damals durch die vielen Freien Projekte, die
vor der Großen Gesellschaftlichen Wende aus dem Boden geschossen
waren. Da viele dieser Projekte vor allem an Entwürfen für bestimmte
Produkte arbeiteten, wuchs der Bedarf nach solchen Materialisatoren
immer stärker. Als dann immer mehr Freie Projekte dazu übergingen,
sich einen solchen Materialisator anzuschaffen, kamen auch sukzessive
immer mehr Freie Produkte auf.}}


{\textit{Als ich dann fertig materialisiert war, kam ich in einen
dunklen Kasten und nach einigem Gerumpel - war das Steuerprogramm des
Schienentransporters etwa von einem Virus befallen? - habe ich dann
das erste Mal meine BenutzerInnen zu Gesicht bekommen. Gekannt habe
ich sie ja schon ziemlich gut, da immerhin die Befriedigung einiger
ihrer elementarsten Bedürfnisse in mir vergegenständlicht war. Hei,
war das eine Freude, als ich endlich vor ihnen stand! Und meine
Montage war gar nicht weiter schwer, da die Installationanschlüsse so
weit genormt und vereinfacht waren, dass jeder Mensch mich mit ein
paar Handgriffen montieren kann.}}


\section*{Handlungsmöglichkeiten}

\begin{list}{ }{} % Level 1
\item {\textit{Hier haben wir uns noch
nicht so viele Gedanken gemacht}}

\item Freie Software unterstützen

\begin{itemize} % Level 2
\item Selbst benutzen und anderen empfehlen

\item Fehler an EntwicklerInnen weiterleiten

\item Selbst Freie Software schreiben

\end{itemize}
\item Standards verwenden

\item {\textit{Proprietäre Standards schaden Freier Software}}

\item Gemeinsam weiter denken

\begin{itemize} % Level 2
\item Sich von den Denkkategorien der
Arbeitsgesellschaft befreien

\item Projekt Oekonux (\verb!http://www.oekonux.de/!)

\end{itemize}
\item Eigene Produkte Frei zur Verfügung stellen

\begin{itemize} % Level 2
\item Geht leicht für digitale Produkte

\end{itemize}
\item Eigene Freie Projekte gründen


\end{list}


\end{document}
